Rechtsanwalt Gerhard Raab in Frechen-Königsdorf

Honorar                                                                    

Anwaltshonorar ... Wer soll das bezahlen?
 

Welches Honorar der Rechtsanwalt für seine Leistungen bekommt, ist gesetzlich  festgelegt. Weil das so ist, kann Ihr Rechtsanwalt Ihnen bei der Übernahme des  Mandats schon sagen, welche Gebühren voraussichtlich entstehen werden. Das  bedeutet ein Stück Sicherheit für Sie. Das Rechtsanwaltshonorar ist im  Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Rechtsanwaltsgebühren RVG

Ihr Rechtsanwalt wird Sie fragen, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung haben. Wenn ja, dann erhalten Sie die Leistungen Ihres Rechtsanwalts zum Nulltarif oder mit einer Selbstbeteiligung, die sich aus dem Versicherungsvertrag ergibt. Für welche Fälle Ihr Rechtsschutzversicherer eintreten muss, hängt unter anderem vom Inhalt Ihres Vertrags ab. Nehmen Sie Ihr Rechtsschutzdokument bereits zum ersten Anwaltsbesuch mit. Ihr Anwalt wird Ihnen dann sagen, was Ihr Rechtsschutzversicherer übernimmt und wie hoch - gegebenenfalls - Ihre Selbstbeteiligung ist.

Doch Vorsicht: Mancher Rechtsschutzversicherer versucht, Kosten zu sparen und verweist auf Vertragsanwälte, die für die Rechtschutzversicherung tätig sind. Hierdurch wird das Recht zur freien Anwaltswahl unterlaufen. Der Deutsche Anwaltverein nimmt zu diesem Verhalten der Rechtsschutzversicherer in seiner Pressemitteilung vom 18.03.2013 der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht wie folgt Stellung:

 

"Viele der von etwa zwei Dritteln aller Rechtsschutzversicherer angebotenen Serviceleistungen könnten sich bei näherer Betrachtung als gar nicht so vorteilhaft für den Versicherungsnehmer herausstellen. 'Versicherer sind bestrebt, ihre Kosten so gering wie möglich zu halten, deshalb lohnt sich ein zweiter Blick', argumentiert Monika Maria Risch, Fachanwältin für Versicherungsrecht und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht nimmt Angebote wie telefonische Erstauskunft, Anwaltsnetzwerk und Mediation kritisch unter die Lupe.

Grundsätzlich verhält es sich mit der Rechtsschutzversicherung so: Bei Verkehrsunfällen oder Ärger mit dem Arbeitgeber oder Vermieter kann der Versicherungsnehmer darauf bauen, dass sein Rechtsschutzversicherer die Kosten für einen Anwalt seiner Wahl trägt. Bei diesem Anwalt kann sich der Versicherungsnehmer Rat und Unterstützung holen oder im Bedarfsfall seine Interessen auf dem Weg einer Klage durchsetzen.

Telefonische Erstberatung? Rechtsrat ohne Akteneinsicht ist schwierig

Viele Rechtsschutzversicherer sind jedoch dazu übergegangen, ihren Kunden zunächst eine telefonische Erstberatung bei einem Rechtsanwalt zu empfehlen, den sie vertraglich - auch was die Gebühren betrifft - an sich gebunden haben. 'Einen Sachverhalt zu beurteilen, ohne Akteneinsicht nehmen zu können, ist höchst problematisch', urteilt Fachanwältin Monika Maria Risch. Ihr Kollege Joachim Cornelius-Winkler, ebenfalls Fachanwalt für Versicherungsrecht, erläutert: 'Nach Angaben einer Rechtsschutzversicherung sollen in der telefonischen Erstberatung durch vom Versicherer vermittelte Rechtsanwälte 90 Prozent der Fälle abschließend erledigt werden.' In der telefonischen Erstberatung sieht er den Versuch, die Anwaltskosten gering zu halten. Grundsätzlich sei es zu begrüßen, wenn die Kunden schnell und unkompliziert einen Rechtsrat erhalten. Cornelius Winkler weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass dies nur in sehr einfach gelagerten Fällen funktioniere und die Versicherungsnehmer auch weiterhin erwarten dürfen, dass die Erfolgsaussichten in ihrem konkreten Fall jeweils gründlich geprüft werden. Letzteres erfordere zumeist den klassischen Gang zum Anwalt seines Vertrauens.

Mediation: Nur mit anwaltlicher Begleitung

Neben der telefonischen Erstberatung bieten viele Rechtsschutzversicherer die Inanspruchnahme eines Mediationsverfahrens an. Mediationsverfahren sollen in Streitfällen zwischen zwei Parteien eine Lösung ohne Gerichtsverfahren herbeiführen. 'Eine Mediation ist sicher dann sinnvoll, wenn dadurch jahrelange Gerichtsverfahren vermieden werden können', räumt Fachanwalt Cornelius-Winkler ein. Gleichzeitig rät er Versicherungsnehmern, sich auch in einem Mediationsverfahren anwaltlich begleiten zu lassen: 'Nur ein Rechtsanwalt kann beurteilen, ob der Versicherungsnehmer im Rahmen einer Mediation nicht unwissentlich auf ihm zustehende Rechte verzichtet.' Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht empfiehlt Versicherungsnehmern, grundsätzlich erst die rechtliche Situation durch einen Rechtsanwalt prüfen zu lassen, bevor einem Mediationsverfahren zugestimmt wird. Dabei weist die Arbeitsgemeinschaft darauf hin, daß auch im Vorfeld oder in der Begleitung eines Mediationsverfahrens der Rechtsschutzversicherer für die Kosten des Rechtsanwaltes aufkommen muß.

Netzwerkanwalt: Wirklich die bessere Wahl?

Zunehmend empfehlen Rechtsschutzversicherer ihren Kunden, im Streitfall einen Anwalt aus dem kooperierenden Anwaltsnetzwerk zu konsultieren. Der Fachanwalt für Versicherungsrecht Dr. Klaus Schneider legt dar, dass die an den Netzwerken beteiligten Anwälte als Gegenleistung für die Vermittlung von Mandaten zumeist eine Gebührenvereinbarung mit dem Rechtsschutzversicherer schließen, die Preisnachlässe in einer Größenordnung von zwanzig bis zu fünfzig Prozent gegenüber den für Beratung und Vertretungsstätigkeit sonst üblichen Sätzen vorsehen. 'Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht hat nichts gegen Anwaltsnetzwerke an sich, denn die Qualität der anwaltlichen Beratung und Vertretung läßt sich nicht allein anhand der Vergütung messen', kommentiert Monika Maria Risch. Es ist auch durchaus zulässig, mit dem Mandanten im Rahmen der Beratungstätigkeit das Honorar vorab individuell zu vereinbaren, solange es nur angemessen ist. Es gibt - beschränkt ausschließlich auf die Beratungstätigkeit, also wenn der Rechtanwalt nicht nach außen tätig werden soll - keine gesetzlich festgelegten Gebühren, die hier unterschritten werden können. Im Bereich der außergerichtlichen Vertretung sieht das Gesetz allerdings vor, daß die Anwälte, nicht aber die Rechtsschutzversicherung des Mandanten, die Höhe der Gebühr bestimmen. Ihnen steht ein Spielraum innerhalb der vorgegebenen Rahmengebühren offen. Die Arbeitsgemeinschaft ist aber der Auffassung, daß der Versicherungsnehmer keinerlei wirtschaftlichen Nachteil oder Vorteil haben darf, wenn er einen vom Rechtsschutzversicherer empfohlenen Rechtsanwalt aufsucht. Die von vielen Versicherern geübte Praxis, dem Versicherungsnehmer für die Inanspruchnahme eines Netzwerk-Anwaltes Vorteile bei der Selbstbeteiligung einzuräumen oder umgekehrt ihn zu bewegen, einen Anwalt innerhalb des Netzwerkes zu beauftragen, ist vom Oberlandesgericht Bamberg (Urteil vom 20. Juni 2012, AZ: 3 U 236/11) für unzulässig erklärt worden mit der Begründung, daß dadurch das gesetzlich garantierte Recht jedes Versicherungsnehmers auf freie Anwaltswahl eingeschränkt wird. 'Die Arbeitsgemeinschaft begrüßt dieses Urteil', betont die Vorsitzende Monika Maria Risch und ergänzt: 'Sollte der BGH das Urteil bekräftigen, steht das Ende des Bonus-Malus-Systems ins Haus'.

Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht rät: Jeder Versicherungsnehmer sollte bereits beim Abschluß einer Rechtsschutzversicherung darauf achten, keinen Vertrag abzuschließen, bei dem ihm Nachteile bei der Wahl seines Wunschanwaltes drohen. Er sollte im Schadenfall stets seinen Vertrauensanwalt mit der Interessenwahrnehmung beauftragen."

 

 

Wenn eine Rechtsschutzversicherung nicht besteht und das Konto "leer" ist - was dann? Ihr Anwalt wird Ihnen sagen, ob Sie einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben. Und wenn schon das Geld für die erste Beratung fehlt, wird Ihr Rechtsanwalt Ihnen sagen, wo Sie einen Schein für eine kostenfreie Erstberatung erhalten können.

 

Rechtsanwaltshonorar Rechtsschutzversicherung

 

Wenn Ihr Rechtsanwalt für Sie tätig wird, um zum Beispiel Schadensersatzansprüche aus einem Verkehrsunfall durchzusetzen, dann muss der Versicherer des Fahrzeugs des Unfallgegners die Kosten übernehmen, wenn die Ansprüche durchgesetzt werden. Und Ihr ehemaliger "guter Freund", der das Darlehen, das Sie ihm gegeben hatten, erst auf Druck Ihres Anwalts zurückzahlt, wird mit den Kosten belastet, die für den Anwalt entstanden sind.

Ihr Rechtsanwalt wird zunächst immer bestrebt sein, Ihre Interessen und Ihr Anliegen außergerichtlich durchzusetzen. Manchmal läßt sich aber ein Prozess nicht vermeiden. Und - das Prozesskostenhilfe Prozesskostenist schon so - Prozesse sind teuer. Aber: Wenn Sie Ihren Anspruch durchsetzen, den Prozess also gewinnen, dann muss Ihr Gegner die Kosten bezahlen. Auch das Honorar Ihres Anwalts. Umgekehrt müssten Sie alles bezahlen, wenn das Gericht gegen Sie entscheidet. Deswegen wird Ihr Rechtsanwalt mit Ihnen vorher genau die Chancen und die Risiken eines Rechtsstreits besprechen, so dass Sie eine gute Grundlage für Ihre Entscheidung haben, ob es zum Prozeß kommt. Steht für Sie eine solche Entscheidung aktuell an? Der Prozesskostenrechner sagt Ihnen, wie hoch das Kostenrisiko Ihres Verfahrens ist. 

 

Rechtsanwaltsgebühren Rechtsanwaltsvergütungsgesetz

 

Berechnung der Kosten eines Zivilprozesses I. und II. Instanz

 

Mit Hilfe des Prozesskostenrechners können Sie die voraussichtlichen Kosten eines Prozesses berechnen.

 

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