Arbeitsrecht
Beinbruch auf Weihnachtsfeier ist Arbeitsunfall
Wer sich auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier verletzt, ist
durch die Unfallversicherung des Arbeitgebers abgesichert. Eine solche
Verletzung gilt als Arbeitsunfall. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des
Sozialgerichts Berlin vom 16. Dezember 2010 (AZ: S 163 U 562/09).
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Keine Kündigung wegen längeren Toilettenbesuchs
Allein die Tatsache, dass ein langjähriger Mitarbeiter rund eine
Viertelstunde für einen Toilettengang benötigt, rechtfertigt keine fristlose
Kündigung. So entschied das Arbeitsgericht Paderborn am 21. Juli 2010 (AZ: 2 Ca
423/10).
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Nichtzahlung von Mindestlohn kann Straftat sein
Die Zahlung von Stundenlöhnen deutlich unter dem Mindestlohn kann
als Straftat angesehen werden. Das Oberlandesgericht Naumburg bestätigte am 1.
Dezember 2010 ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Magdeburg (AZ: 2 Ss
141/10).
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Elternzeit: Kein Pendeln zwischen Deutschland und Großbritannien
Ein Arbeitgeber kann eine Mitarbeiterin in Elternzeit nicht
anweisen, zwei Tage pro Woche in der in London ansässigen Konzernzentrale zu
arbeiten. Dies entschied das Hessische Landesarbeitsgericht am 15. Februar 2011
(AZ: 13 SaGa 1934/10) im einstweiligen Verfügungsverfahren.
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Ruhe steht an Sonn- und Feiertagen im Vordergrund
Der Betrieb von Automaten in Videotheken an Sonn- und Feiertagen
stört die Feiertagsruhe. Selbst wenn keine Mitarbeiter in der Videothek
beschäftigt sind, handelt es sich um eine „öffentlich bemerkbare Arbeit“. Das
entschied das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am 7. September 2010 (AZ: I-20
U 21/10).
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„Jesus hat Sie lieb“ - Kündigungsgrund
Verwendet ein Call-Center-Agent bei der telefonischen
Verabschiedung die Formel „Jesus hat Sie lieb“, kann er gekündigt werden. Eine
Kündigung schränkt die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit des Klägers nicht
unzulässig ein, urteilte das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm am 20. April 2011
(AZ: 4 Sa 2230/10).
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Über Datenschutz am PC des Betriebsrats entscheidet Betriebsrat
Der Arbeitgeber kann nicht verlangen, dass die
Betriebsratsmitglieder bei der Anmeldung am Personalcomputer des Betriebsrats
eine persönliche Kennung verwenden. Das gilt auch dann, wenn dies für die
sonstigen Computer des Betriebs durch eine Gesamtbetriebsvereinbarung
vorgeschrieben ist. Das ergibt sich aus der Entscheidung des
Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 4. März 2011 (AZ: 10 TaBV 1984/10).
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Pauschaler Verdacht rechtfertigt keine Videoüberwachung von
Mitarbeitern
Verdächtigt der Arbeitgeber einen Mitarbeiter der Unterschlagung
und möchte das durch Videoüberwachung beweisen, so muss er nachprüfbare
Anhaltspunkte haben. Ist dies nicht der Fall, dürfen die Videoaufzeichnungen
später vor Gericht nicht verwertet werden. Das entschied das Arbeitsgericht
Düsseldorf am 6. Mai 2011 (AZ: 11 Ca 7326/10 und 9 BV 183/10).
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Urlaubsabgeltung und Arbeitslosengeldanspruch
Beendet der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit einem
erkrankten Arbeitnehmer, muss er prüfen, wann dessen Arbeitsunfähigkeit endet
und sein Anspruch auf Arbeitslosengeld beginnt. Zahlt er dem Arbeitnehmer
während der Krankschreibung eine Urlaubsentgeltung, darf dieser das Geld
behalten. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die Urlaubsentgeltung als
Ausgleich für Leistungen der Arbeitsagentur an diese zu zahlen. Auf eine
entsprechende Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 17. November 2010
(AZ: 10 AZR 649/09) sei verwiesen.
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Keine Kündigung nach Weitergabe von Werbepräsenten an Mitarbeiter
Bonn/Berlin. Eine verhaltensbedingte Kündigung wegen
Unterschlagung ist nur dann möglich, wenn dem Arbeitnehmer die
Widerrechtlichkeit seines Verhaltens bewusst sein konnte. Werden in einem
Betrieb generell Produkte und Werbepräsente für die Mitarbeiter bereitgestellt,
darf ein Marketingleiter nicht deshalb gekündigt werden, weil er Kalender und
Blechschilder mit Haribo-Teddybären an seine Mitarbeiter weitergab. Das ergibt
sich aus einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Bonn vom 15. April 2010 (AZ: 1
Ca 18/10).
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